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Sierksdorf

Mit einer Größe von rd. 1.932 ha ist die Gemeinde Sierksdorf die flächenmäßig kleinste Gemeinde im Amt Neustadt-Land. Die Gemeinde hat 1.491 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 30.06.2001). Mit dem 30.09.1928 wurde der Amtsbezirk Oevelgönne aufgelöst, der Gutsbezirk Oevelgönne wurde mit der Landgemeinde Roge und Wintershagen mit der Landgemeinde Sierksdorf vereinigt. Mit Wirkung vom 1. April 1938 wurde die Gemeinde Roge in die Gemeinde Sierksdorf eingegliedert.
Aus der Geschichte des Ortes Sierksdorf erfahren wir, daß der Ortsname verhältnismäßig spät, 1361 als Syrekestorpe, auftritt. Erst ab 1649/52 ändert sich der Name in Sirckesdorp und 1856 in Sierksdorf. Der Name wird gedeutet als "Dorf des Sirik" und stammt offensichtlich von den Neusiedlern (Friesen?) nach 1143. Das Dorf kam etwa im 14. Jahrhundert in den Besitz der auf Rogensdorf sitzenden Adligen und damit zum Gut Oevelgönne.

Der nächstgrößere Ort, Roge, hat eine ähnlich wechselvolle Geschichte. Erstmals 1226 erwähnt, hatte Roge im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Besitzer. 1548 gehörte Roge mit Altona, Sierksdorf und Pohnsdorf zum Hof Rogensdorf, dem Vorgänger von Oevelgönne. Roge verblieb beim Gut bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft 1802.

Der Fremdenverkehr spielt in Sierksdorf eine dominierende Rolle. Bereits 1856 wird in einer Topographie erwähnt: "Sierksdorf wird sowie das unmittelbar dabei gelegene Haffkrug im Sommer viel von Badegästen genutzt; auch die Einwohner des Dorfes pflegen zu diesem Zweck Zimmer zu vermieten." 1926 baute ein Lübecker Rechtsanwalt das erste Sommerhaus auf dem Gelände Kallmorgen. Drei Jahre später war es eine Hamburger Familie, die sich eine Sommerresidenz schaffte. 1953 wurden dann rd. 10 ha Ackerfläche, neben dem Seehof gelegen, als Bauland verkauft und bebaut. 1969 begann eine Hamburger Firma mit dem Bau des Hotelkomplexes Panoramic. Ein 12-geschossiges Appartement-Hotel, ein 18-geschossiges Turmhotel und daneben zur Abrundung, ein 9-geschossiges Terassenhotel mit einer Cafeteria, einem Restaurant für 200 Personen sowie ein Hallenschwimmbad mit Fitness-Center, Sauna-, Solarium- und Massagetrakt entstand. Ab 1972 entstand dann der Ferienpark Sierksdorf mit rd. 800 Ferien-Eigentumswohnungen. Der Hotelkomplex Panoramic wurde späterhin ebenfalls in rd. 400 Ferienwohnungen ungewandelt. Somit sind im Bereich Panoramic und im Ferienpark rd. 1.200 Ferienwohnungen vorhanden. 1999 verzeichnete die Gemeinde rd. 210.000 Übernachtungen.

1972 entstand im Zusammenhang mit den großen Baumaßnahmen Panoramic und Ferienpark Sierksdorf auf einer Fläche von ca. 14 ha das Legoland. Dieser Freizeitpark bestand jedoch nur 5 Jahre. 1977 eröffnete das Hansaland -später Hansa-Park- seine Pforten. Ein Vergnügungs- und Freizeitpark mit einem reichhaltigen Angebot an Attraktionen.

1301
Ersterwähnung von Roge (villae Rogae)

1316
Erste Erwähnung von Sierksdorf und Pohnsdorf (Syrikestorpe und villam Ponstorpe)

1388
Ersterwähnung von Hof Altona (Altenaa)

1477
Ersterwähnung der Siedlung Strande

1524
Die Gutsherren erhalten über ihre Gutsangehörigen per Privileg die "volle Gerichtsbarkeit über Hals und Hand"

1566
Erwähnung von Gut Oevelgönne

1572
Die Bauern im heutigen Verwaltungsbezirk Sierksdorf werden Leibeigene.

1614
Der Stand der Leibeigenschaft wird im Haderslebener Rezeß (Vertrag) sanktioniert.

1627/28
Der sogenannte 30-jährige Krieg erreicht die Sierksdorfer Gemeindeteile. Viele Hufen werden verwüstet und liegen brach.

1650
Erwähnung von Stawedder (Keerwerd)

1686
Das Dorf Pohnsdorf wird niedergelegt. An seiner Statt entsteht der Hof Wintershagen, zu Oevelgönne gehörig

1801
wird Hof Wintershagen von Oevelgönne abgetrennt

1802
Die Oevelgönner, die Roger und die Sierksdorfer Bauern werden aus der Leibeigenschaft entlassen und somit wieder freie Bauern.

1807
Hof Wintershagen wird unter die adligen Güter aufgenommen.

1813
Das zum Gut Wintershagen gehörende Dorf Strande wird niedergelegt und auf Regierungsdruck wieder aufgebaut.

1848-1851
Schleswig-Holsteinische Erhebung gegen die Dänenherrschaft

1856
Ersterwähnung von Hof Stabie

1867
Der Verwaltungsbereich der heutigen Gemeinde Sierksdorf wird, wie ganz Schleswig-Holstein, preußisch.

1872
Große Sturmflut. Noch gibt es den Deich nicht. In Sierksdorf werden fast alle Häuser, die am Strand stehen, stark beschädigt.

1873
Roge und Sierksdorf werden zu Landgemeinden. Oevelgönne und Wintershagen erhalten die Bezeichnung Gutsbezirk.

1913
Sierksdorf wird an die Stromversorgung angekoppelt.

1914-18
Erster Weltkrieg. Viele Sierksdorfer lassen ihr Leben.

1924
wird in Sierksdorf das erste Telefon installiert.

1927
Gesetz zur Auflösung der alten Gutsbezirke.

1928
Der Gutsbezirk Oevelgönne wird mit der Landgemeinde Roge zu einer neuen Landgemeinde zusammengelegt. Auch Sierksdorf und das Gut Wintershagen bilden nun gemeinsam eine neue Landgemeinde

1933
Gründung der Sierksdorfer Feuerwehr

1938
Neuordnung der Verwaltung. Sierksdorf wird Amtsbezirk. Dazu gehören Altona, Stawedder, Wintershagen, Oevelgönne und das Dorf Roge.

1939-45
Zweiter Weltkrieg. Viele Sierksdorfer Gemeindemitglieder lassen ihr Leben für Volk und Vaterland. Mai 1945 Nahezu alle Sierksdorfer Bürger haben bis auf wenige Ausnahmen binnen 24 Stunden ihre Häuser zu räumen. Das Dorf wird zur vorübergehenden Beherbergung von sogenannten "discplaced persons" umfunktioniert.

1952
Das eigenständige Gut Mariashagen entsteht.

1959/60
Die Uferschutzmauer entsteht.

1963
Sierksdorf beginnt mit dem Bau der Kanalisation.

1968
Grundsteinlegung für die Hochhäuser des Panoramic auf dem Pfingstberg.

1969
Das Amt Sierksdorf wird aufgelöst und die Gemeinde Sierksdorf verwaltungstechnisch dem Amt Neustadt-Land unterstellt. Bei . Hof Altona entsteht ein Fluplatz

1972
Einweihung des Ferienparks am Pfingstberg.

1973
Einweihung des Ferienparks Legoland.

1976
Der Freizeitpark Legoland gibt wieder auf.

1977
Auf dem Legoland-Gelände öffnet mit völlig anderem Konzept das Hansaland, seit 1987 Hansa-Park genannt, seine Tore

1992
In Sierksdorf wird das Haus des Gastes eingeweiht.

2005
Die Gemeinde Sierksdorf tritt dem Amt Ostholstein-Mitte bei. Das Amt Neustadt-Land verliert seine Existenz.

Wappenbeschreibung:

In Blau eine goldene, aus acht Ähren bestehende Garbe zwischen einer silbernen fliegenden Möwe oben und einem silbernen Fisch unten.

 
 
 
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