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zum Originaltitel der Lübecker Nachrichten
Innenminister Buß besiegelte Amt Ostholstein-Mitte
Die erste Ämterfusion im Kreis ist perfekt.
Innenminister Klaus Buß stattete gestern das Amt Ostholstein-Mitte
finanziell aus.
Schönwalde - Eine Liebesheirat ist es nicht,
aber wohl nur selten wurde eine Vernunftehe so begeistert begangen.
Klaus Buß fühlte sich gestern in der Rolle des Standesbeamten
sichtlich wohl und verteilte großzügige Hochzeitsgeschenke.
100 000 Euro aus dem kommunalen Bedarfsfond des Landes für
derartige Zusammenschlüsse und 16 667 Euro als Startkapital.
Vor den "lieben Hochzeitsgästen" lobte der Innenminister
die Vereinigung als "Meilenstein", der Vorbildcharakter
für die Verwaltungsstrukturreform in Schleswig-Holstein habe.
Mit "Geschwindigkeit, Entschlossenheit und Geschlossenheit"
sei es den beiden Ämtern Schönwalde und Neustadt-Land
und ihren fünf amtsangehörigen Gemeinden in nur einem
Jahr gelungen, eine vorausschauende und mutige Entscheidung zu treffen.
Das Amt Ostholstein-Mitte sei ein Beweis, dass die Verwaltungsreform
auf freiwilliger Basis von unten an Fahrt gewinne.
Die 26 Mitarbeiter, die ab 1. Januar 2005 im Verwaltungssitz
am Bungsberg und in der Aussenstelle Neustadt für gut 9000
Einwohner in Altenkrempe, Kasseedorf, Schashagen, Schönwalde
und Sierksdorf zuständig sind, ermunterte Buß, das neue
Amt mit "Leben und Ihrem guten kooperativen Geist zu erfüllen."
Dem künftigen Amtsausschuss, der 21 Mitglieder haben wird,
empfahl der Minister, "stets das Gespräch mit den Nachbarn
zu suchen."
Den Ball fing der beauftragte Amtsvorsteher Klaus
Weidemann auf und signalisierte insbesondere Neustadts Bürgermeister
Henning Reimann, für "weitere kommunale Projekte offen"
zu sein. Die Nachbarstadt ist der klare Verlierer der Ämter-Ehe,
aber wie sagte der Landrat gestern: "Der Zug der Zeit geht
weiter." Reinhard Sager begrüßte die Fusion und
zeigte sich stolz, dass zum Kreis Ostholstein ab 2005 nur noch 36
Gemeinden und vier Ämter gehören: "Das ist ein Novum
in Schleswig-Holstein."
Für die größeren Anforderungen,
die von Land, Bund und der EU gestellt werden, sei das "schlagkräftige"
Amt Ostholstein-Mitte gut gerüstet. In seiner Verwaltung werden
gut dotierte Stellen und attraktive Arbeitsplätze entstehen,
prognostizierte der Landrat, schloss jedoch die Schaffung eines
hauptamtlichen Amtsbürgermeisters kategorisch aus.
Die Aufgaben des Amtsvorstehers teilen sich bis
zur Neuwahl Klaus Weidemann und Hans-Alfred Plötner. Im Tandem
werden zunächst auch die Amtswehrführer Karl-Heinz Gast
und Günter Hamann den Brandschutz zwischen Bungsberg und Ostsee
sicherstellen. Die Amtsverwaltung leiten Wolfgang Behrendt und Wolfgang
Kocks bis zum Jahresende parallel und ab 1. Januar gemeinsam.
Von Sylvia Blankenburg, LN
ln-online/lokales vom 10.12.2004 01:00
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