Ostholstein-Mitte, zwischen Bungsberg und Ostsee
Altenkrempe, Kasseedorf, Schashagen, Schönwalde a.B., Sierksdorf
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Im Amt Ostholstein-Mitte läuft noch nicht alles rund

Nein, eine Flitterwoche war es nicht. Aber in den ersten fünf Tagen ist man im frisch fusionierten Amt Ostholstein-Mitte ganz gut über die Runden gekommen.

Schönwalde/ Neustadt - Wo genau liegt denn Sagau? Und gehört Bendfeldt noch zu uns? Natürlich kennen die Neustädter jedes der Dörfer in ihrem alten Beritt in Altenkrempe, Schashagen und Sierksdorf. Und genau so sattelfest sind die neuen Kollegen auf ihrem angestammten Terrain Schönwalde und Kasseedorf. Aber umgekehrt wird im jungen Verwaltungsalltag im Amt Ostholstein-Mitte noch kein Schuh daraus. "Das muss sich alles erst einlaufen", meint der Leitende Verwaltungsbeamte Wolfgang Behrendt und gibt sich und seinen Kollegen ein viertel bis ein halbes Jahr Zeit, um die neuen Strukturen fest in Griff zu bekommen.

Vor wie nach der Fusion, im Prinzip macht jeder der 27 Mitarbeiter die gleiche Arbeit. Aber auch Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst sind eben Gewohnheitstiere. Die einen nervt der längere Weg zur Arbeit, andere vermissen die guten Einkaufsmöglichkeiten in der Mittagspause. Und manche sehnen sich nach ihrer vertrauten, intimen Amtsstube. Denn so gut wie Gabriele Malchow und Susanne Bebensee haben es nicht alle Kollegen getroffen: "Wir können uns nicht beschweren." Mit dem Steueramt residieren die Ur-Schönwalderin und die Ex-Neustädterin im alten Sitzungssaal und haben dort jede Menge Platz.

Weniger repräsentativ und extern ist das Bauamt untergebracht. In dem Großraumbüro, das einst der Sparkasse Ostholstein für Bankgeschäfte diente, schirmen blickdichte Trennwände die fünf Arbeitsplätze ab. Hans-Jürgen Herschelmann und Hans-Henner Ehlers nehmen die Situation mit Humor: "Dafür haben wir einen fantastischen Aktenraum im Keller mit sogar drei Tresoren."

Immerhin, die fünf Sachbearbeiter haben nun jeder ein funktionierendes Telefon. Die ersten Tage musste man sich einen Apparat teilen. Weil das Amt Ostholstein-Mitte aus Kostengründen darauf verzichtete, eine Leitung aus der Dependance quer unter der Straße ins "Mutterhaus" zu legen und die Telekom Schwierigkeiten hatte, die per Funk gesteuerte Technik zu installieren, musste man sich im Bauamt in Geduld fassen. Diese kommunikativen Schwierigkeiten sind inzwischen beseitigt, aber die Umstellung der EDV macht noch Probleme. "Das ist ein Riesenaufwand, der einen höheren Personaleinsatz erfordert", sagt Behrendt. Dennoch ist der Leitende Verwaltungsbeamte optimistisch, dass auch die derzeitige Fehlerquote von fünf Prozent bald der Vergangenheit angehört.

Vergleichsweise problemlos gestaltet sich der neue Amtsalltag in der Aussenstelle Neustadt. Klaus Wulf und seine drei Kolleginnen registrieren mehr Zulauf: "Die Leute sind froh, dass sie zu uns kommen können und nicht nach Schönwalde fahren müssen." Im "Mutterhaus" wie in der Ausstelle des Amtes Ostholstein-Mitte gelten jetzt neue Öffnungszeiten: Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 17.30 Uhr. Bis auf weiteres gelten beide Telefonnummer. Wer 045 28/91 74 0 oder 045 61/ 61 01 0 wählt, kann sich in alle Abteilungen verbinden lassen.

Von Sylvia Blankenburg, LN

ln-online/lokales vom 08.01.2005 01:00