Ostholstein-Mitte, zwischen Bungsberg und Ostsee
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Die neue Amtswehr Ostholstein-Mitte steht unter bewährter Führung

Bliesdorf - Auf ihrer ersten gemeinsamen Jahresversammlung in Bliesdorf wählten die Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Ostholstein-Mitte ihre Führungsriege. Und entschieden sich mit deutlicher Mehrheit für zwei "alte Hasen": Zum Amtswehrführer wurde der ehemalige Amtswehrführer des alten Amtes Neustadt-Land, Karl-Heinz Gast, bestimmt, sein Stellvertreter ist der alte Schönwalder Amtswehrführer, Günther Hamann. Schriftführer der neuen Amtswehr wurde Hermann Roks.

Es war eine wahre Mammutsitzung, die die Delegierten der amtsangehörigen Wehren durchzustehen hatten. Denn nicht nur das im Geheimen gewählt werden musste: Beide Fusionspartner hatten zuvor noch ihre Jahresberichte abzuliefern. In seinem Rückblick auf das Jahr der Amtswehr Neustadt-Land betonte Karl-Heinz Gast, dass keine Gemeinde auf ihre Feuerwehren verzichten könne, denn: "Alle Feuerwehren und Jugendwehren unserer Gemeinden und des Amtes sind wichtige Bausteine im Gesamtmosaik der Gefahrenabwehr und im Sicherheitskonzept."

Gast hob hervor, dass die Anforderungen an die Feuerwehren immer größer würden, was letztlich Kosten für die Gemeinden mit sich bringe. "Doch die Sicherheit unserer Bürger darf nicht zum Kostenfaktor werden und das ist in unseren Gemeinden und im Amt bis jetzt auch noch nicht der Fall gewesen", so Gast weiter.

Ein ähnliches Lob sprach auch Günther Hamann "seinen" beiden Gemeinden Schönwalde und Kasseedorf aus. Auch hier habe man trotz angespannter Haushaltslagen stets ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehren gehabt. Hamann erinnerte jedoch daran, dass auf beide Gemeinden größere Investitionen im Bereich der Feuerwehren zukämen, sicherte jedoch die Unterstützung der Wehren zu: "Dass die Haushaltslage angespannt ist, haben alle sieben Wehren erkannt. Daher sparen sie und pflegen ihre Ausrüstung und ihre Geräte besonders sorgfältig."

Insgesamt kommt die neue Amtswehr Ostholstein-Mitte auf 391 aktive Kameradinnen und Kameraden, sowie 84 Mitglieder der Jugendfeuerwehren. Zusammengerechnet haben beide Amtswehren im vergangenen Jahr 166 Einsätze, von Großbränden über Verkehrsunfälle bis hin zu Unwettereinsätzen und Sicherheitswachen, abgearbeitet. Und das meist unbeachtet von der Öffentlichkeit. Denn leider, so der stellvertretende Kreiswehrführer Thorsten Plath, wisse die Allgemeinheit kaum etwas von der alltäglichen Arbeit der Wehren. "Und auch der Politik gegenüber müssen wir oft Überzeugungsarbeit leisten und manchmal um jedes Stück Ausrüstung kämpfen", kritisierte Plath.

In der heutigen Zeit wird nicht nur das Aufgabenspektrum der Wehren immer breiter, sie müssen sich auch immer wieder auf neue Gegebenheiten am Einsatzort einstellen. "Die Baustoffe der Häuser werden weiterentwickelt, die Fahrzeuge werden immer moderner und wir fahren mit ,altem' Gerät und Ausrüstung", so Plath und forderte die Wehren auf, sich mehr in der Öffentlichkeit zu zeigen und sich mehr zu präsentieren: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken, denn wir wissen, was wir können."

Von Claudia van Bruinessen, LN

ln-online/lokales vom 12.04.2005 01:00