Ostholstein-Mitte, zwischen Bungsberg und Ostsee
Altenkrempe, Kasseedorf, Schashagen, Schönwalde a.B., Sierksdorf
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Amt OH-Mitte arbeitet mit ausgeglichenem Etat

Schönwalde - Die Vorturner der Kommunalen Verwaltungsstrukturreform fassen Tritt. Das fusionierte Amt Ostholstein-Mitte hat seinen ersten, ordentlichen Haushalt verabschiedet.

Nicht alles wird billiger, wenn zwei Verwaltungen zu einem Amt verschmelzen und fünf Gemeinden verwalten. Jedenfalls nicht auf einen Schlag. "Wir befinden uns immer noch in der Findungsphase", gab der Leitende Verwaltungsbeamte Wolfgang Behrendt zu bedenken und verwies insbesondere auf die Sachkosten, die noch nicht vollständig planbar seien.

Dem Amt Ostholstein-Mitte ist es jedoch auf Anhieb gelungen, einen ausgeglichenen Etat vorzulegen. Nicht auf Pump, sondern aus eigener Finanzkraft. Schrittweise, über den Nachtragshaushalt 2005, kann der Verwaltungshaushalt 2006 auf rund zwei Millionen Euro abgeschmolzen und die Amtsumlage auf 33,3 Prozent abgesenkt werden. Davon profitieren alle fünf amtsangehörigen Gemeinden. Kasseedorf und Schönwalde zahlen nun etwas, Schashagen, Altenkrempe und Sierksdorf erheblich weniger.

Neue Schulden will das Amt im neuen Jahr nicht machen und durch die Tilgung von alten Krediten dem Schuldenberg etwas auf 311 000 Euro reduzieren. Rein rechnerisch ist jeder der insgesamt 9136 Einwohner im Amtsbereich Ostholstein-Mitte noch mit 34 Euro in den Miesen. Das Amtsvermögen belauft sich auf 54 000 Euro, die Allgemeine Rücklage weist 104 000 Euro aus.

Gestiegen sind allerdings die Personalkosten. Den Sprung um acht Prozent auf nunmehr 1,5 Millionen begründete Wolfgang Behrendt vor allem mit dem einheitlichen Tarifvertrag, der am 1. Oktober für Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst gilt. Die Eingruppierung der Tariflich Beschäftigten (TB) in 15 Entgeltgruppen führe zu Mehrausgaben. Eingerechnet seien auch eventuellen Tariferhöhungen, Einmalzahlungen sowie die Beschreibung und Bewertung aller Arbeitsplätze, die das Amt 2006 an eine Fremdfirma vergeben will.

Dass zwei der anwesenden 20 Mitglieder des Amtsausschuss dem Haushalt 2006 nicht zustimmten, lag aber weniger an diesen erhöhten Ausgaben. Die Enthaltungen machten sich an einem noch nicht nachvollziehbarem Fehlbedarf von 96 000 Euro fest, der wohl bei der Abrechnung von Sozialhilfeleistungen im alten Amt Schönwalde angefallen ist. "Aufklärung steht in unserer Liste ganz oben", sicherte Behrendt zu.

Noch nicht geklärt ist auch, ob sich die Arge Neustadt zum Ausbau des Dachbodens im ehemaligen Amtsgebäude am Neustädter Hafensteig entschließt. Wiewohl als Vermieter des Gebäudes dazu nicht verpflichtet, hat sich das Amt Ostholstein-Mitte bereits in diesem Jahr bereit erklärt, für die Maßnahme mit rund 20 000 Euro in Vorlage zu treten. "Die Arge hat aber bisher nicht reagiert, obwohl sie zwei weitere Räume dringend braucht", beschrieb Amtsvorsteher Klaus Weidemann den derzeiten Sachstand.

Die Umbaukosten plant das Amt auch 2006 im Vermögenshaushalt ein, der bereinigt wurde und sich nun auf 74 300 Euro beläuft. Investiert wird zudem in die Sanierung des Verwaltungsgebäude in Schönwalde und mit einem Restposten von 10 000 Euro in die EDV-Anlage des Amtes.

Von Sylvia Blankenburg, LN